
Im Jahr 2022 hatten fast 17 % der jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren erhebliche Schwierigkeiten mit den Online-Administrationsverfahren, so das INSEE. Dennoch erfolgt ihre Universitätsanmeldung, der Zugang zu Stipendien oder zur studentischen Verpflegung fast ausschließlich über digitale Plattformen.
Illectronismus betrifft nicht nur ältere oder isolierte Menschen. Er zeigt sich auch an Lernorten, im Herzen von Bevölkerungsgruppen, die als vernetzt gelten. Hinter der Verbreitung digitaler Werkzeuge bestehen weiterhin Ungleichheiten im Zugang und in den Kompetenzen, die einige Studierende schwächen und ihren Alltag komplizieren.
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Illectronismus: ein Phänomen verstehen, das mehr Menschen betrifft, als man denkt
Das Versprechen einer vernetzten Universität kann schnell zur Enttäuschung werden. Hinter diesem technologischen Glanz schleicht sich die digitale Exklusion unbemerkt ein. Illectronismus, digitale Kluft, Gefühl der Marginalisierung: Für viele Studierende ist das Navigieren auf diesen Plattformen eine tägliche Herausforderung. Laut einer Umfrage der LMDE geben 70 % der Studierenden an, sich in einer Situation des Unwohlseins zu befinden, und 36 % haben suizidale Gedanken gehabt. In diesem bereits angespannten Kontext wird jeder Fehler, jede Blockade beim Zugang zu einem Dienst oder einer Plattform zu einem zusätzlichen Hindernis.
Die universitären Gesundheitsdienste und das psychologische Hilfsnetzwerk für Studierende sind mit wachsenden Anfragen überfordert und können nicht auf alle Situationen reagieren. Die digitale Exklusion schleicht sich im Verborgenen ein: verlorene Anmeldedaten, labyrinthartige Schnittstellen, fehlende menschliche Ansprechpartner. Selbst die als effektiv geltenden Plattformen, wie MySchool der ESCP, können Neuankömmlinge desorientieren, die inmitten dieser administrativen und technischen Mechanik verloren sind.
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Um die erheblichen Schwierigkeiten besser zu erfassen, sind hier die häufigsten Punkte aufgeführt:
- Verlust der Orientierung angesichts der Vielzahl an Werkzeugen
- Erhöhtes Risiko des Abbruchs für Studierende in einer digitalen Fragilität
- Verstärktes Gefühl der Isolation bei denen, die Schwierigkeiten haben, das Funktionieren der universitären Intranets zu verstehen
Die psychische Gesundheit der Studierenden schwankt nicht nur unter dem Druck der Prüfungen, sondern auch wegen dieser digitalen Exklusion, die den Zugang zu Unterstützung, Rechten und Ressourcen unterbricht. Zwischen zwei Bildschirmen breitet sich die Einsamkeit aus, diskret, aber hartnäckig.

Konkrete Lösungen, damit die digitale Welt ein echter Verbündeter im Studentenleben wird
Angesichts der digitalen Kluft und der Isolation weigern sich einige, die Hände in den Schoß zu legen. Es entstehen Initiativen mit dem Ziel, das studentische Intranet in eine greifbare Unterstützung zu verwandeln, weit entfernt von einem einfachen Portal für Verwaltungsverfahren. Ein digitales Überlebenskit, das von Studierenden und Psychologen entwickelt wurde, bietet nun eine angepasste Begleitung. Inspiriert von Verhaltenstherapien und kognitiven Therapien (VT) sowie positiver Psychologie, ersetzt es keine medizinische Betreuung, bietet jedoch einen Anhaltspunkt, ohne Umwege oder Fachjargon.
Dieses Kit stellt personalisierte Wege, Mini-Spiele, interaktive Aktivitäten und zusammenfassende Blätter zur Verfügung, um sich an jede Situation anzupassen. Es bietet Hilfe für sich selbst oder um einem nahestehenden Menschen in Schwierigkeiten zu unterstützen. Das System leitet auch sofort an externe Ressourcen weiter, wie die 3114, die nationale Suizidpräventionsnummer. Ein online kollaboratives Verzeichnis erweitert den Zugang weiter: Es listet Lösungen für kostenlose psychologische Unterstützung im gesamten Land auf.
Konkrete Empfehlungen aus der Praxis
Der im Juni 2022 vorgelegte Advocacy-Bericht beschränkt sich nicht auf Feststellungen: Er skizziert Wege zum Handeln. Er fordert eine nationale Strategie für die psychische Gesundheit von Studierenden, verstärkte Mittel für die universitären Dienste, die Einrichtung neuer Systeme auf den Campus und eine schnelle Unterstützung in Krisensituationen. Lucile Regourd (Kampagnenleiterin), Eléonore Jarrige (Psychologin) und Nathalie Roudaut (Generalsekretärin) betonen die Notwendigkeit, digitale Werkzeuge, Prävention und menschliche Präsenz in Dialog zu bringen.
Unter den vorgeschlagenen Hebeln finden sich:
- Personalisierte Wege, die in der wissenschaftlichen Psychologie verankert sind
- Ein digitales Verzeichnis, um überall in Frankreich Zugang zu kostenloser Hilfe zu erhalten
- Sofortige Orientierung zu geeigneten Notfallmaßnahmen
In einer Zeit, in der die digitale Welt das Studentenleben prägt, bleibt die Wahl: sie zerbrechen lassen oder sie als Unterstützung nutzen. Für viele spielt sich alles dort ab, hinter einem Bildschirm, der isolieren… oder unterstützen kann.